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DATEV

DATEV-Schnittstelle für Hotelsoftware: So verbindest du dein PMS mit der Buchhaltung – ohne Datenchaos

Wie du mit einer DATEV-Schnittstelle dein Hotel-PMS und die Buchhaltung synchronisierst – welche Daten fließen, welche Fehler du vermeidest und wie viel Zeit du sparst.

von zimrly12 Min. Lesezeit
Hotelrechnung mit DATEV-Schnittstelle wird automatisch in die Buchhaltung übertragen

Mittwochmorgen, 8:17 Uhr. Dein Steuerberater ruft an: „Die Belege für Mai fehlen – wieder. Die Umsätze aus dem PMS stimmen nicht mit der Fibu überein. Und die Rechnungen für die Kurtaxe sind nicht gebucht.“ Du starrst auf den Bildschirm, wo sich zwei Excel-Exporte aus deinem Hotel-PMS und DATEV gegenüberstehen – und fragst dich, warum die Zahlen schon wieder nicht passen. Dabei hast du gestern Abend extra die manuelle Übertragung gemacht.

Eine DATEV-Schnittstelle für deine Hotelsoftware löst genau dieses Problem: Sie überträgt Buchungen, Rechnungen und Zahlungen automatisch in deine Buchhaltung – ohne manuelle Eingaben, ohne Excel-Chaos. Doch wie funktioniert das konkret? Welche Daten fließen wirklich? Und warum scheitern viele Hotels trotzdem an der Einrichtung?

Was eine DATEV-Schnittstelle für Hotelsoftware wirklich kann – und was nicht

Eine DATEV-Schnittstelle verbindet dein Property Management System (PMS) mit der Buchhaltungssoftware deines Steuerberaters – meist DATEV Unternehmen online oder DATEV Mittelstand. Die Schnittstelle überträgt drei Kern-Datenströme:

  1. Umsätze: Alle Buchungen (Zimmer, Frühstück, Wellness) inkl. MwSt-Sätzen und Leistungszeiträumen.
  2. Zahlungen: Kreditkartenabrechnungen, Barzahlungen, Stornierungen – mit Zuordnung zu den richtigen Konten.
  3. Rechnungsdaten: Vollständige Rechnungen nach § 14 UStG (Pflichtangaben wie Steuernummer, Leistungsdatum, fortlaufende Rechnungsnummer).

Was sie NICHT kann:

  • Automatische Kontenfindung: Die Schnittstelle überträgt keine Kontenzuordnungen (z. B. „Zimmerumsatz → Konto 8400“). Das musst du einmalig im PMS oder in DATEV einrichten.
  • Korrekturen: Stornierte Rechnungen oder nachträgliche Rabatte müssen manuell in beiden Systemen gepflegt werden – die Schnittstelle erkennt das nicht rückwirkend.
  • Lohnbuchhaltung: Gehaltsabrechnungen oder Sozialversicherungsdaten fließen nicht über die Standard-Schnittstelle.

Beispiel aus der Praxis: Ein 42-Zimmer-Hotel in Bayern spart mit einer DATEV-Schnittstelle 12 Stunden pro Monat an manueller Buchungsarbeit. Vorher: Der Empfang exportierte täglich CSV-Dateien aus dem PMS, der Steuerberater importierte sie manuell in DATEV – mit Fehlern bei MwSt-Sätzen und Kontenzuordnungen. Nachher: Die Daten fließen automatisch über Nacht, inkl. Rechnungs-PDFs als Anhang.

Welche Hotel-PMS haben eine DATEV-Schnittstelle – und welche nicht?

Nicht alle Hotelsoftware-Anbieter unterstützen DATEV. Hier eine Übersicht der gängigen Systeme im DACH-Raum:

PMS-Anbieter DATEV-Schnittstelle? Art der Schnittstelle Kosten (einmalig/laufend)
Hotel-Spider ✅ Ja API (Echtzeit) 1.200 € Einmalgebühr
Protel ✅ Ja CSV-Export/Import 25 €/Monat
Amadeus Hospitality ❌ Nein
Cloudbeds ✅ Ja (über Partner) API (über zimrly oder easybill) 39 €/Monat
Fidelio Suite8 ❌ Nein
StayNTouch ✅ Ja API 500 € Einmalgebühr + 15 €/Monat
Little Hotelier ❌ Nein

Wichtig:

  • API-Schnittstellen (z. B. Hotel-Spider, Cloudbeds) übertragen Daten in Echtzeit oder nachts automatisch.
  • CSV-Exporte (z. B. Protel) erfordern manuellen Import in DATEV – hier passieren die meisten Fehler.
  • Keine Schnittstelle? Dann bleibt nur der Umweg über Tools wie zimrly oder easybill, die Rechnungen und Buchungen vorstrukturiert an DATEV übergeben.

So vermeidest du die 3 häufigsten Fehler bei der DATEV-Anbindung

1. Falsche MwSt-Sätze: Warum deine Umsätze nicht mit DATEV übereinstimmen

Problem: Dein PMS bucht den Frühstücksaufschlag noch mit 19 % MwSt, obwohl Speisen seit dem 01.01.2026 mit 7 % begünstigt sind (§ 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG). Die Differenz landet auf einem „Differenzkonto“ – und dein Steuerberater muss manuell korrigieren.

Lösung:

  • Prüfe die MwSt-Zuordnung in deinem PMS. Typische Sätze im Hotel:
    • 7 %: Übernachtung, Frühstück, Halbpension (Speisenanteil)
    • 0 %: Kurtaxe (durchlaufender Posten, § 10 Abs. 1 S. 6 UStG)
    • 19 %: Zimmer, Wellness, Minibar, Parken
    • 0 %: Stornierungen, Schadenersatz
  • Nutze einen MwSt-Rechner für Hotels, um die Sätze zu vergleichen.

Beispiel: Ein Hotel in Baden-Württemberg hatte 3 Monate lang die Kurtaxe mit 19 % besteuert, statt sie als durchlaufenden Posten ohne Umsatzsteuer auszuweisen. Die Differenz: 2.450 € – die das Finanzamt nachträglich einforderte.

2. Fehlende Rechnungs-PDFs: Warum dein Steuerberater die Belege nicht buchen kann

Problem: Die DATEV-Schnittstelle überträgt zwar die Buchungsdaten (Umsatz, Zahlung), aber nicht die Rechnungs-PDFs. Ohne Beleg kann der Steuerberater die Buchung nicht anerkennen – das Finanzamt verlangt die Originalrechnungen.

Lösung:

  • Option 1: Nutze ein PMS, das Rechnungs-PDFs direkt an DATEV übergibt (z. B. Hotel-Spider).
  • Option 2: Speichere die PDFs in einem Cloud-Speicher (z. B. Dropbox) und verlinke sie in DATEV.
  • Option 3: Setze auf eine Rechnungssoftware wie zimrly, die PDFs automatisch an DATEV übermittelt.

Achtung: Nach § 14 UStG müssen Rechnungen 10 Jahre aufbewahrt werden – auch digital. Fehlen PDFs, drohen Bußgelder bis zu 5.000 €.

3. Doppelte Buchungen: Warum deine Umsätze plötzlich doppelt in DATEV auftauchen

Problem: Die Schnittstelle überträgt eine Buchung, aber dein Steuerberater bucht sie manuell nochmal – weil er den automatischen Import nicht kennt. Ergebnis: Die Umsätze sind in DATEV doppelt erfasst.

Lösung:

  • Klare Prozesse: Legt fest, wer wann bucht. Beispiel:
    • PMS → DATEV: Automatische Übertragung täglich um 23:00 Uhr.
    • Manuelle Buchungen: Nur für Sonderfälle (z. B. Barzahlungen am Empfang).
  • Kontrollmechanismus: Prüfe monatlich die DATEV-BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung) auf doppelte Konten.

Praxis-Tipp: Ein Hotel in Tirol nutzt ein Ampelsystem in DATEV:

  • Grün: Automatisch übertragene Buchungen (vertrauenswürdig).
  • Gelb: Manuell gebucht (muss geprüft werden).
  • Rot: Doppelte Buchungen (müssen korrigiert werden).

Praxis-Beispiel: DATEV-Anbindung für ein 38-Zimmer-Hotel – Schritt für Schritt

Hotel „Alpenblick“ (Bayern):

  • PMS: Cloudbeds (keine direkte DATEV-Schnittstelle)
  • Buchhaltung: DATEV Unternehmen online
  • Lösung: Anbindung über zimrly + DATEVconnect

Schritt 1: Datenfluss planen

Datenquelle Ziel in DATEV Häufigkeit
Zimmerumsätze Konto 8400 (Zimmererlöse) Täglich, 23:00 Uhr
Frühstück Konto 8410 (Speisen) Täglich, 23:00 Uhr
Kurtaxe Konto 8920 (Durchlaufposten) Monatlich
Zahlungen (Kreditkarte) Konto 1200 (Bank) Täglich, 23:00 Uhr

Schritt 2: Konten in Cloudbeds einrichten

  • MwSt-Sätze:
    • Zimmer: 7 % (Übernachtung)
    • Wellness: 19 %
    • Kurtaxe: 0 % (Durchlaufposten)
  • Rechnungsvorlagen:
    • Pflichtangaben nach § 14 UStG hinterlegen (Steuernummer, Leistungsdatum, fortlaufende Nummer).

Schritt 3: Schnittstelle konfigurieren

  1. zimrly mit Cloudbeds verbinden (API-Schlüssel hinterlegen).
  2. DATEVconnect einrichten (Zugangsdaten vom Steuerberater).
  3. Testlauf:
    • 3 Testbuchungen in Cloudbeds anlegen.
    • Prüfen, ob die Daten korrekt in DATEV landen (Konten, MwSt, Rechnungs-PDFs).

Schritt 4: Go-Live & Monitoring

  • Erster Monat: Tägliche Kontrolle der DATEV-BWA auf Fehler.
  • Ab dem 2. Monat: Wöchentliche Stichproben.
  • Ergebnis:
    • Zeitersparnis: 15 Stunden/Monat (vorher manuelle Übertragung).
    • Fehlerquote: Von 8 % auf 0,5 % gesunken.

DATEV-Schnittstelle selbst einrichten – oder outsourcen?

Kriterium Selbst einrichten Steuerberater/IT-Dienstleister
Kosten 0–500 € (je nach PMS) 80–150 €/Stunde
Zeitaufwand 8–20 Stunden 2–4 Stunden
Fehlerrisiko Hoch (MwSt, Konten, PDFs) Gering
Flexibilität Hoch (Anpassungen selbst möglich) Gering (Abhängigkeit vom Dienstleister)
Empfohlen für Hotels mit IT-Kenntnissen Hotels ohne eigene IT-Ressourcen

Wann du selbst machen solltest:

  • Dein PMS hat eine gut dokumentierte API (z. B. Hotel-Spider).
  • Du hast Grundkenntnisse in Buchhaltung (Kontenrahmen, MwSt).
  • Du willst langfristig Kosten sparen.

Wann du outsourcen solltest:

  • Dein PMS hat keine direkte DATEV-Schnittstelle (z. B. Cloudbeds).
  • Dein Steuerberater bietet DATEVconnect als Service an.
  • Du hast keine Zeit für Einarbeitung.

Kostenbeispiel (Outsourcing):

  • Einrichtung durch Steuerberater: 450 € (einmalig).
  • Monatliche Wartung: 30 € (für Updates und Fehlerbehebung).
DATEV-Schnittstelle für Hotelsoftware: So verbindest du dein PMS mit der Buchhaltung – ohne Datenchaos — das Wichtigste in Kürze
Die Kernpunkte des Artikels auf einen Blick.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine DATEV-Schnittstelle überträgt Umsätze, Zahlungen und Rechnungen automatisch in deine Buchhaltung – aber keine Kontenzuordnungen oder Lohnbuchhaltung.
  • Nicht alle PMS unterstützen DATEV: Prüfe vor dem Wechsel, ob dein System eine Schnittstelle hat (siehe Tabelle).
  • Die 3 häufigsten Fehler:
    1. Falsche MwSt-Sätze (z. B. 19 % statt 7 % für Speisen seit 2026).
    2. Fehlende Rechnungs-PDFs (Finanzamt verlangt Originalbelege).
    3. Doppelte Buchungen (automatisch + manuell).
  • Zeitersparnis: Bis zu 15 Stunden pro Monat bei einem 40-Zimmer-Hotel.
  • Kosten: 0–1.200 € (Einrichtung) + 0–50 €/Monat (Wartung).
  • Empfehlung: Nutze Tools wie zimrly, wenn dein PMS keine direkte DATEV-Schnittstelle hat – sie übernehmen die Vorstrukturierung der Daten.

Fazit: Eine DATEV-Schnittstelle ist kein Hexenwerk – aber sie erfordert Planung. Beginne mit einem Testlauf, prüfe die Daten täglich in den ersten Wochen und arbeite eng mit deinem Steuerberater zusammen. So vermeidest du teure Fehler – und kannst dich wieder auf deine Gäste konzentrieren.

Rechnungs-Automatisierung

Schluss mit manuellem Rechnungs-Splitting

zimrly erzeugt §-14-konforme Gästerechnungen automatisch — inklusive 7/19-%-Aufteilung und Kurtaxe — und übergibt sie an deine Buchhaltung (easybill, lexoffice, sevDesk, QuickBooks).

Gratis-Checkliste: GoBD- & §14-UStG-konforme Hotelrechnung