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Preisuntergrenze

Preisuntergrenze fürs Hotelzimmer richtig festlegen

Ab welchem Preis verlierst du Geld? So berechnest du die Preisuntergrenze deines Hotelzimmers — und wann du sie ausnahmsweise unterschreiten darfst.

von zimrly5 Min. Lesezeit
Preisuntergrenze fürs Hotelzimmer berechnen und festlegen

Es ist Dienstagabend, drei Zimmer sind noch frei, und ein Last-Minute-Portal lockt mit 39 Euro. Verkaufen oder leer lassen? Diese Frage lässt sich nur beantworten, wenn du deine Preisuntergrenze kennst — den Preis, unter dem jede Buchung dich Geld kostet statt es zu bringen.

Kurz gesagt: Deine Preisuntergrenze ist die Summe der variablen Kosten pro verkauftem Zimmer plus dem Deckungsbeitrag, den du mindestens erreichen willst. Wer ohne diese Zahl Preise senkt, verschenkt unter Umständen bares Geld — und merkt es nicht.

Wie berechne ich die Preisuntergrenze für ein Zimmer?

Preisuntergrenze fürs Hotelzimmer: welche Kosten hineingehören
Diese Kostenblöcke gehören in jede Preisuntergrenze.

Du rechnest von unten nach oben. Nimm alle Kosten, die nur dann anfallen, wenn das Zimmer verkauft wird — die Fixkosten (Miete, Versicherung, Grundgehälter) lässt du außen vor, die laufen sowieso. Dann legst du den Mindest-Deckungsbeitrag obendrauf, den jede Buchung beisteuern soll. Das Ergebnis ist deine Untergrenze.

Welche Kosten gehören in die Kalkulation?

In die variablen Kosten gehören typischerweise:

  • Reinigung und Wäsche pro Zimmer,
  • Frühstück oder Verpflegung, falls inklusive,
  • Kanal-Provision, wenn die Buchung über ein OTA kommt (oft 15–18 Prozent),
  • anteilige Energie- und Verbrauchskosten (Strom, Wasser, Heizung),
  • kleine Amenities und Verbrauchsmaterial.

Wichtig ist der OTA-Anteil: Dieselbe Buchung hat über Booking eine höhere Untergrenze als über deine eigene Website, weil die Provision draufkommt. Wer das ignoriert, rechnet sich Direktbuchungen zu teuer und OTA-Buchungen zu billig.

Sollte ich bei niedriger Auslastung darunter gehen?

Grundsätzlich nein — aber es gibt eine wichtige Ausnahme. Solange du oberhalb deiner reinen Grenzkosten (Reinigung, Verbrauch) bleibst, bringt auch ein niedriger Preis noch einen Beitrag zu den Fixkosten, die ohnehin laufen. Das gilt etwa für eine Gap-Nacht oder ein verderbliches Last-Minute-Zimmer am Anreisetag.

Die Gefahr: Wer dauerhaft unter der Untergrenze verkauft, trainiert den Markt auf Dumpingpreise und entwertet die eigenen Raten. Die Ausnahme bleibt die Ausnahme — nicht die Strategie. Wie Auslastung, ADR und RevPAR zusammenspielen, erklärt der Beitrag zu den Hotel-Kennzahlen; Branchendaten dazu sammelt etwa STR.

Wie setze ich die Untergrenze im Repricer durch?

Von Hand ist das mühsam: Du müsstest jeden Kanal, jeden Tag prüfen. Ein Repricer übernimmt das. Du hinterlegst die Untergrenze als harte Grenze — der automatische Preis passt sich nach Nachfrage und Wettbewerb an, aber nie unter deinen Wert. So profitierst du an Spitzentagen von höheren Preisen, ohne an schwachen Tagen ins Minus zu rutschen.

Ein Rechenbeispiel

Ein Doppelzimmer mit Frühstück, gebucht über ein OTA zu 89 Euro:

  • Reinigung & Wäsche: 12 €
  • Frühstück (2 Personen): 16 €
  • Energie/Verbrauch: 6 €
  • OTA-Provision (16 % von 89 €): rund 14 €
  • Summe variable Kosten: ca. 48 €

Bei 89 Euro bleiben also rund 41 Euro Deckungsbeitrag. Deine Untergrenze für diesen Kanal liegt — je nach gewünschtem Mindest-Deckungsbeitrag — deutlich über den 48 Euro. Bei 39 Euro vom Last-Minute-Portal wärst du im Minus.

Untergrenze ist nicht gleich Zielpreis

Ein häufiges Missverständnis: Die Preisuntergrenze sei der Preis, zu dem man verkaufen solle. Ist sie nicht. Sie ist die Notbremse — die Linie, unter die du nur in begründeten Ausnahmen gehst. Dein eigentlicher Zielpreis liegt deutlich darüber und richtet sich nach Nachfrage, Saison und Wettbewerb.

Denk in drei Ebenen: die Untergrenze als Boden, der Zielpreis als Normalfall, und an starken Tagen ein Aufschlag nach oben. Genau dieses Spiel nach oben verschenken viele kleine Häuser, weil sie aus Vorsicht zu niedrig bleiben. Ein Repricer kennt beide Grenzen — er hält den Boden und nutzt die Spitze. So verdienst du an Messe-, Feiertags- und Ferienterminen mit, ohne an schwachen Tagen unter Wert zu verkaufen. Wichtig ist, die Untergrenze regelmäßig zu prüfen: Steigen Energie-, Wäsche- oder Provisionskosten, steigt auch dein Boden. Eine einmal gesetzte und nie wieder angefasste Untergrenze rechnet irgendwann mit Preisen von gestern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Preisuntergrenze = variable Kosten pro Zimmer + Mindest-Deckungsbeitrag.
  • OTA-Provision treibt die Untergrenze nach oben — pro Kanal getrennt rechnen.
  • Dauerhaft darunter verkaufen entwertet deine Raten.
  • Ausnahme: Gap-Nächte und verderbliche Last-Minute-Zimmer oberhalb der Grenzkosten.
  • Ein Repricer hält die Untergrenze automatisch auf jedem Kanal ein.

Preise automatisch nach Nachfrage steuern und die Untergrenze nie unterschreiten — das übernehmen die zimrly-Integrationen für dynamische Preissteuerung.

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