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Meldeschein

Digitaler Meldeschein im Hotel: Pflichten und Umsetzung

Ist der digitale Meldeschein erlaubt? Was das Bundesmeldegesetz vorschreibt, wie lange du aufbewahren musst und wie er mit der Kurtaxe zusammenhängt.

von zimrly5 Min. Lesezeit
Digitaler Meldeschein im Hotel: Pflichten nach Bundesmeldegesetz

Ein Gast steht müde an der Rezeption, der Stift kratzt über das Papierformular, die Schrift ist kaum zu lesen — und in einem Jahr liegt dieser Zettel immer noch in deinem Ordner. Muss das so sein? Nein. Der Meldeschein darf längst digital sein, und das spart Zettelwirtschaft an der Anreise und beim Aufbewahren.

Die Kurzfassung: Beherbergungsbetriebe sind nach dem Bundesmeldegesetz meldepflichtig. Du musst jeden Gast erfassen, der Gast muss bestätigen — das geht handschriftlich oder digital. Aufbewahrt wird in der Regel ein Jahr, danach ist sicher zu löschen.

Ist ein digitaler Meldeschein erlaubt?

Meldeschein im Hotel: Pflichten nach Bundesmeldegesetz als Checkliste
Die Meldeschein-Pflichten für Beherbergungsbetriebe auf einen Blick.

Ja. Das Bundesmeldegesetz lässt den elektronischen Meldeschein ausdrücklich zu. Statt der klassischen Unterschrift auf Papier sind digitale Bestätigungsverfahren möglich — etwa eine Erfassung am Tablet mit Unterschrift auf dem Display oder ein vorab ausgefüllter Online-Meldeschein, den der Gast bestätigt. Für inländische Gäste wurden die Anforderungen an die handschriftliche Unterschrift erleichtert.

Wichtig bleibt: Die Daten müssen vollständig, korrekt und manipulationssicher erfasst und gespeichert werden. Ein Foto vom Papierzettel reicht dafür nicht als sauberes Verfahren.

Was schreibt das Bundesmeldegesetz vor?

Auf den Meldeschein gehören insbesondere:

  • An- und Abreisetag,
  • Name und Anschrift des Gastes,
  • Zahl der Mitreisenden,
  • bei ausländischen Gästen zusätzlich Staatsangehörigkeit und Daten des Ausweisdokuments.

Die genauen Vorgaben regelt § 30 des Bundesmeldegesetzes. Der Gast muss die Richtigkeit bestätigen — analog oder digital.

Wie lange müssen Meldescheine aufbewahrt werden?

Besondere Meldescheine sind ein Jahr ab dem Tag der Anreise aufzubewahren. Danach müssen sie innerhalb einer kurzen Frist vernichtet bzw. gelöscht werden. Das ist kein „nice to have", sondern Teil der gesetzlichen Pflicht — und gleichzeitig eine Datenschutzanforderung: Du darfst die Daten nicht länger als nötig vorhalten.

Ein digitaler Meldeschein hat hier einen klaren Vorteil: Die Löschung lässt sich automatisieren. Kein Aktenordner, der jahrelang im Schrank verstaubt, kein händisches Schreddern.

Wie hängt der Meldeschein mit der Kurtaxe zusammen?

Eng. Der Meldeschein erfasst genau die Angaben, die du für die Kurtaxe-Abrechnung brauchst: Wer war wie viele Nächte da, wie viele Personen, und war es eine Geschäftsreise? Genau diese Daten bestimmen, wie hoch die Kurtaxe oder Bettensteuer pro Aufenthalt ausfällt.

Wer beides getrennt führt — Meldeschein hier, Kurtaxe-Liste da — tippt vieles doppelt. Sauberer ist es, die Anreisedaten einmal zu erfassen und daraus die Abgabe automatisch zu berechnen. Wie hoch sie in deiner Gemeinde ausfällt, zeigt der Kurtaxe-Rechner; die Hintergründe zur Berechnung stehen im Beitrag Kurtaxe automatisch berechnen.

Ein Praxis-Beispiel

Eine Ferienpension an der Nordsee mit acht Zimmern empfängt im Sommer 40 Anreisen pro Woche. Auf Papier sind das 40 Formulare, 40-mal Aufbewahren, 40-mal nach einem Jahr vernichten. Digital läuft die Anreise per vorab ausgefülltem Online-Meldeschein: Der Gast bestätigt am Anreisetag, die Nächte fließen direkt in die Kurtaxe-Berechnung, und nach einem Jahr löscht das System die Daten selbst.

Was bei ausländischen Gästen anders ist

Bei Gästen aus dem Ausland verlangt das Gesetz mehr. Neben den üblichen Angaben musst du Staatsangehörigkeit und die Daten des Ausweis- oder Passdokuments erfassen — und der Gast muss eigenhändig unterschreiben, auch wenn für inländische Gäste vereinfachte Verfahren gelten. Diese Unterscheidung geht im Alltag gern unter, ist bei einer Kontrolle aber genau der Punkt, an dem es haken kann.

Ein digitaler Meldeschein hilft hier doppelt: Er kann je nach Herkunft des Gastes automatisch die richtigen Felder einblenden und die Pflichtangaben erzwingen, statt dass jemand an der Rezeption im Kopf haben muss, welche Daten gerade nötig sind. Das senkt das Fehlerrisiko genau dort, wo es am teuersten ist. Und es beschleunigt die Anreise: Der Gast füllt den Meldeschein schon vorab am eigenen Handy aus, an der Rezeption bleibt nur die kurze Bestätigung. Das entzerrt gerade bei mehreren Anreisen zur gleichen Zeit den Empfang spürbar.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beherbergungsbetriebe sind meldepflichtig — analog oder digital.
  • Der digitale Meldeschein ist erlaubt, muss aber sicher und vollständig sein.
  • Aufbewahrung: in der Regel ein Jahr, danach löschen.
  • Die Meldedaten sind zugleich die Basis der Kurtaxe-Abrechnung.
  • Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung — im Zweifel die örtliche Meldebehörde fragen.

Wer Meldung und Kurtaxe zusammendenkt, spart an jeder Anreise Zeit. Die passenden zimrly-Integrationen verbinden Anreisedaten und Abgabenberechnung, sodass aus einer Erfassung beides entsteht.

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