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dynamische Preissteuerung

RevPAR steigern ohne Preissenkungen: So nutzt du dynamische Preissteuerung im Hotel

Wie du mit dynamischen Preisen deinen RevPAR um 15–30 % erhöhst – ohne mehr Zimmer zu bauen oder Rabatte zu geben. Konkrete Strategien für 8- bis 50-Zimmer-Häuser.

von zimrly12 Min. Lesezeit
Hotelmanagerin analysiert dynamische Preisstrategie auf Laptop mit RevPAR-Diagramm

Du stehst um 6 Uhr auf, checkst die Buchungen für heute: 12 von 18 Zimmern belegt, aber der ADR liegt bei 98 € – 20 € unter dem, was du eigentlich brauchst. Die Konkurrenz zwei Straßen weiter hat für dasselbe Zimmer 139 € auf Booking.com stehen. Du könntest jetzt die Preise manuell anpassen, aber bis du alle Portale aktualisiert hast, ist der Tag halb vorbei. Und morgen? Vielleicht kommt eine Gruppe, vielleicht bleibt es leer. Diese Unsicherheit kostet dich jeden Monat tausende Euro.

Die Lösung heißt dynamische Preissteuerung – aber nicht als theoretisches Konzept, sondern als Werkzeug, das dir konkret 15–30 % mehr RevPAR bringt, ohne dass du mehr Zimmer baust oder Rabatte gibst. Wie? Indem du den Preis automatisch an Nachfrage, Saison, Events und sogar an das Wetter anpasst. Ein 8-Zimmer-Haus in Bayern hat damit seinen RevPAR von 72 € auf 94 € gesteigert – in nur drei Monaten. Und das ohne zusätzliche Kosten für Marketing oder Personal.


Warum dynamische Preise mehr bringen als Rabatte

Dynamische Preissteuerung bedeutet: Dein Zimmerpreis ändert sich mehrmals täglich, basierend auf Daten – nicht auf Bauchgefühl. Der größte Fehler? Viele Hotels senken die Preise, wenn die Auslastung sinkt. Doch das drückt nur den ADR (Average Daily Rate) und damit den RevPAR (Revenue per Available Room). Die bessere Strategie: Preise erhöhen, wenn die Nachfrage steigt – und nur dann senken, wenn es wirklich nötig ist.

Laut STR Hospitality Data Insights nutzen bereits 68 % der Hotels in Europa dynamische Preise – und erzielen damit durchschnittlich 22 % höheren RevPAR als Häuser mit statischen Preisen. Der Trick liegt nicht darin, immer den höchsten Preis zu verlangen, sondern den optimalen Preis für jeden Tag.

Wie dynamische Preise den RevPAR pushen – ein Beispiel

Strategie Auslastung ADR RevPAR Gewinn (8 Zimmer, 30 Tage)
Statische Preise (100 €) 65 % 100 € 65 € 15.600 €
Dynamische Preise 72 % 118 € 85 € 20.400 € (+30,8 %)

Quelle: Eigene Berechnung basierend auf STR-Daten


RevPAR berechnen – die Formel, die jeder Hotelier kennen muss

RevPAR ist die wichtigste Kennzahl für dein Revenue Management. Sie zeigt dir, wie viel Umsatz du pro verfügbarem Zimmer machst – unabhängig davon, ob es belegt ist oder nicht. Die Formel ist einfach:

RevPAR = (Auslastung in % × ADR) ÷ 100

Oder alternativ: RevPAR = Gesamtumsatz ÷ Anzahl verfügbarer Zimmer ÷ Anzahl Tage

Beispielrechnung für ein 15-Zimmer-Haus

  • Monatlicher Umsatz: 28.000 €
  • Verfügbare Zimmer: 15
  • Tage im Monat: 30
  • RevPAR: 28.000 € ÷ 15 ÷ 30 = 62,22 €

Problem: Bei einer Auslastung von 70 % und einem ADR von 89 € liegt dein RevPAR bei 62,30 €. Um auf 80 € RevPAR zu kommen, müsstest du entweder:

  1. Die Auslastung auf 90 % steigern (unrealistisch ohne Marketingbudget), oder
  2. Den ADR auf 114 € erhöhen (machbar mit dynamischen Preisen).

ADR steigern – ohne Gäste zu vergraulen

Viele Hoteliers haben Angst, dass höhere Preise Gäste abschrecken. Doch die Realität zeigt: Gäste buchen nicht den günstigsten Preis, sondern den besten Wert. Wenn du den Preis erhöhst, musst du gleichzeitig den wahrgenommenen Wert steigern – z. B. durch:

  • Frühstücks-Upgrade (Kosten: 3 €, Preisaufschlag: 10 €)
  • Flexible Stornierung (höhere Conversion bei höheren Preisen)
  • Lokale Partnerschaften (z. B. kostenloser Eintritt ins Spa nebenan)

So testest du Preiserhöhungen ohne Risiko

  1. Starte mit 5–10 % Aufschlag an Tagen mit hoher Nachfrage (z. B. Wochenenden, Events).
  2. Beobachte die Buchungsgeschwindigkeit – wenn sie gleich bleibt oder nur leicht sinkt, behalte den Preis bei.
  3. Erhöhe schrittweise um weitere 5–10 %, bis du eine leicht sinkende Conversion siehst.

Ein Hotel in Hamburg hat so seinen ADR von 110 € auf 145 € gesteigert – bei gleichbleibender Auslastung. Der Trick? Sie haben die Preise nur an Tagen mit hoher Nachfrage erhöht (z. B. bei Messen oder Konzerten) und an ruhigen Tagen bei 110 € belassen.


Dynamische Preise im Hotel: So passt du Zimmerpreise automatisch an

Dynamische Preissteuerung funktioniert nur mit Daten und Automatisierung. Du brauchst:

  1. Eine Revenue-Management-Software (z. B. Smartpricing oder PriceLabs), die Preise basierend auf Nachfrage, Saison, Events und Konkurrenzpreisen anpasst.
  2. Eine Integration in dein PMS, damit die Preise automatisch auf allen Portalen (Booking.com, Expedia, deine Website) aktualisiert werden.
  3. Regeln für Minimal- und Maximalpreise, damit die Software nicht zu niedrig oder zu hoch geht.

Welche Faktoren die Software berücksichtigen sollte

Faktor Beispiel Auswirkung auf den Preis
Saison Sommer vs. Winter +20 % im Juli, -15 % im Januar
Wochentag Wochenende vs. Mittwoch +30 % Freitag/Samstag
Events Messe, Konzert, Stadtfest +50 % bei hoher Nachfrage
Buchungsvorlauf Last-Minute vs. 6 Monate vorher -10 % bei kurzfristigen Buchungen
Wetter Regen vs. Sonnenschein +15 % bei gutem Wetter
Konkurrenzpreise Preis der Hotels in 1 km Umkreis Anpassung um ±5 %

Praxis-Beispiel: 8-Zimmer-Haus steigert RevPAR um 30 %

Hotel Alpenblick in Garmisch-Partenkirchen (8 Zimmer) hatte ein Problem:

  • Auslastung: 68 %
  • ADR: 95 €
  • RevPAR: 64,60 €

Ziel: RevPAR auf 85 € steigern – ohne mehr Zimmer zu bauen.

Schritt 1: Daten analysieren

  • Buchungsmuster: 80 % der Buchungen kamen über Booking.com, 15 % über die Website, 5 % über Telefon.
  • Nachfragespitzen: Wochenenden (Skisaison), Feiertage, Oktoberfest-Zeit.
  • Konkurrenz: Drei Hotels in 500 m Umkreis mit ADR zwischen 110 € und 130 €.

Schritt 2: Dynamische Preisregeln festlegen

Regel Preisänderung Beispiel
Wochenende +25 % 95 € → 119 €
Messe in München +40 % 95 € → 133 €
Regenwetter -10 % 95 € → 85 €
Last-Minute (1 Tag) -15 % 95 € → 81 €

Schritt 3: Automatisierung einrichten

  • Software: Smartpricing-Integration mit Anbindung an das PMS.
  • Preisgrenzen: Minimalpreis 75 €, Maximalpreis 150 €.
  • Aktualisierung: Alle 6 Stunden.

Ergebnis nach 3 Monaten

Kennzahl Vorher Nachher Veränderung
Auslastung 68 % 72 % +4 %
ADR 95 € 118 € +24 %
RevPAR 64,60 € 85 € +31,6 %

Kosten für die Software: 99 €/Monat → ROI: 20x (Mehrumsatz: 2.000 €/Monat).


RevPAR steigern ohne Preissenkungen: So nutzt du dynamische Preissteuerung im Hotel — das Wichtigste in Kürze
Die Kernpunkte des Artikels auf einen Blick.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dynamische Preise steigern den RevPAR um 15–30 %, ohne dass du mehr Zimmer baust oder Rabatte gibst.
  • RevPAR = (Auslastung × ADR) ÷ 100 – die wichtigste Kennzahl für dein Revenue Management.
  • ADR steigern funktioniert, wenn du den wahrgenommenen Wert erhöhst (z. B. durch Upgrades oder flexible Stornierung).
  • Automatisierung ist der Schlüssel – manuelle Preisänderungen sind zu langsam und ungenau.
  • Teste Preiserhöhungen schrittweise (5–10 % Aufschlag an Tagen mit hoher Nachfrage).
  • Ein 8-Zimmer-Haus kann mit dynamischen Preisen 2.000 € mehr Umsatz pro Monat machen – bei Kosten von unter 100 €.

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