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dynamische Preissteuerung

Wie erhöhe ich den RevPAR ohne Preissenkungen? 4 Hebel für kleine Hotels

15 % Rabatt drücken den RevPAR von 65 € auf 63,75 € – trotz mehr Belegung. Vier Hebel heben ihn stattdessen auf 72,80 €, ohne den Preis zu senken. So setzt du sie um: von Mindestaufenthalten bis zum Direktbucher-Upgrade.

von zimrly9 Min. Lesezeit
Hotelmanager analysiert RevPAR-Steigerung auf Laptop mit dynamischer Preisstrategie und Umsatzdiagramm

6:07 Uhr, der Kaffee dampft. Auf dem Bildschirm: 12 von 18 Zimmern belegt, ADR 98 €. Zwei Straßen weiter steht dasselbe Zimmer für 139 € auf Booking.com. Der erste Gedanke ist fast immer: Runter mit dem Preis, dann füllt sich der Rest. Doch genau dieser Gedanke kostet dich bares Geld – und senkt deinen RevPAR.

Die harte Wahrheit: Ein Rabatt wirkt auf alle Buchungen, füllt aber nur die letzten Zimmer. Im Schnitt verlierst du dabei 1,25 € RevPAR pro Prozentpunkt Nachlass. Die Alternative? Vier Hebel, die den RevPAR ohne Preissenkung auf 72,80 € heben – bei gleicher Auslastung. Wie das geht, zeigt dir das 8-Zimmer-Haus aus dem Alpenraum: +31,6 % RevPAR in drei Monaten, ohne einen Cent Rabatt.

Warum der Rabatt-Reflex den RevPAR drückt – und wie du es besser machst

Stell dir vor, du hast 18 Zimmer, 30 Tage im Monat. Bei 65 % Auslastung und 100 € ADR liegt dein RevPAR bei 65 €, der Monatsumsatz bei 35.100 €. Jetzt der klassische Rabatt: 15 % runter auf 85 €, die Auslastung springt auf 75 %. Ergebnis: RevPAR 63,75 €, Umsatz 34.425 €. Zehn Prozentpunkte mehr Belegung, mehr Reinigung, mehr Frühstück, mehr Verschleiß – und 675 € weniger im Monat.

Szenario Auslastung ADR RevPAR Umsatz (18 Zi., 30 Tage)
Ausgangslage 65 % 100 € 65,00 € 35.100 €
Rabatt −15 % 75 % 85 € 63,75 € 34.425 €
Preis +12 % an Spitzentagen 65 % 112 € 72,80 € 39.312 €

Die Rechnung geht andersherum auf: Bleibst du bei 65 % Auslastung und hebst den ADR um 12 € auf 112 €, liegt dein RevPAR bei 72,80 € – und dein Umsatz bei 39.312 €. Dieselbe Arbeit, 4.200 € mehr im Monat.

STR-Daten zeigen: Häuser, die Preise nach Nachfrage steuern, liegen im RevPAR vor Häusern mit Festpreisen. Nicht, weil sie voller sind – sondern weil sie an den richtigen Tagen teurer sind. Wie du diese Tage findest, steht im nächsten Abschnitt.

Wie du Spitzentage identifizierst – und den Preis richtig anhebst

Die wichtigsten Fragen auf einen Blick

Die meisten kleinen Häuser haben 30 bis 60 Tage im Jahr, an denen die Nachfrage die Kapazität übersteigt: Messen, Konzerte, Stadtfeste, Feiertagsbrücken. An genau diesen Tagen steht der Preis bei vielen trotzdem auf dem Normalwert.

So findest du sie ohne Software:

  1. Exportiere aus deinem PMS die Buchungen der letzten zwei Jahre.
  2. Sortiere nach Anreisedatum.
  3. Markiere jeden Tag, an dem du vor dem Anreisetag ausgebucht warst.

Jeder dieser Tage war zu billig. Ausverkauft heißt: Die Nachfrage lag über dem Preis.

Der Aufschlag gehört gestaffelt:

  • +15 bis +25 % an starken Wochenenden (z. B. Samstag in einer Messestadt).
  • +40 bis +50 % an Ausnahmetagen (z. B. Großmesse in der Nachbarstadt).
  • Kontrolle danach: Läuft die Buchungsgeschwindigkeit weiter wie vorher? Dann war der Aufschlag zu klein.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein 12-Zimmer-Haus in Nürnberg hebt den Preis während der Spielwarenmesse von 120 € auf 180 € an – und ist trotzdem ausgebucht. Der Trick? Der Aufschlag gilt nur für Neuanreisen ab dem Messestart, nicht für bestehende Buchungen.

Belegungslücken schließen – ohne den Preis zu senken

Der zweite Hebel kostet nichts, weil er nur Regeln betrifft. Zwei Klassiker, die in jedem kleinen Haus funktionieren:

  • Mindestaufenthalt an Brückentagen. Wer Freitag bis Sonntag nur eine Nacht zulässt, verschenkt die zweite. Zwei Nächte Minimum an Wochenenden mit hoher Nachfrage heben den Umsatz je Anreise – ohne den Nachtpreis anzufassen.
  • Gap Nights aktiv schließen. Eine einzelne freie Nacht zwischen zwei Buchungen wird fast nie regulär gebucht. Statt sie zu verramschen: Biete dem Gast der Folgebuchung ein Upgrade für die Zusatznacht an. Ein 8-Zimmer-Haus in Garmisch macht das so: "Ihr Zimmer ist ab morgen frei – möchten Sie für 25 € Aufpreis heute schon einziehen?"
  • Anreiseregeln lockern. Viele Häuser sperren die Anreise am Samstag – und wundern sich über die Lücke am Freitag. Die Regel kostet mehr als der Preisnachlass, den sie ersetzen soll.

Ein konkretes Beispiel: Ein 15-Zimmer-Haus in Hamburg hatte jeden Freitag eine Lücke, weil die Anreise am Samstag gesperrt war. Nach der Freigabe stieg die Auslastung am Freitag von 40 % auf 75 % – ohne Preisänderung.

Den Wert erhöhen – statt über den Preis zu diskutieren

Gäste buchen selten den günstigsten Preis, sondern den besten wahrgenommenen Wert. Drei Dinge wirken zuverlässig:

1. Kategorien statt Einheitspreis. Ein Haus mit einem einzigen Zimmerpreis hat keinen Spielraum nach oben. Sobald es Standard, Superior und Deluxe gibt, wandern 25 bis 40 % der Buchungen in die mittlere Kategorie. Bei 30 € Aufpreis und 12 von 18 belegten Zimmern sind das 100 € Mehrumsatz pro Nacht.

2. Pakete mit echtem Inhalt. Zimmer plus Sekt plus Frühstück aufs Zimmer verkauft sich als 180-€-Paket besser als das 120-€-Zimmer mit drei Zusatzposten im Warenkorb. Der Einkaufswert des Zusatzes liegt oft unter 15 € – aber der Gast nimmt es als Rundum-sorglos-Paket wahr.

3. Upgrade beim Check-in statt beim Buchen. Wenn das Superior-Zimmer am Anreisetag ohnehin leer steht, ist ein Angebot für 25 € an der Rezeption reiner Deckungsbeitrag. Ein 10-Zimmer-Haus in München macht das so: "Ihr Zimmer ist heute frei – möchten Sie für 25 € mehr ein Zimmer mit Balkon?" Die Antwort ist fast immer Ja.

Wie du den ADR systematisch steigst, steht ausführlich in ADR steigern: dynamische Preise im Hotel. Der Schlüssel: Ankerpreise, Kategorienlogik und schrittweises Testen von Preiserhöhungen.

Kanalmix verschieben – mehr Umsatz ohne höhere Preise

Eine Buchung über ein Portal mit 15 % Provision bringt bei 120 € Zimmerpreis 102 € netto. Dieselbe Buchung direkt bringt 120 €. Der RevPAR-Effekt einer Verschiebung von 15 Prozentpunkten Kanalanteil entspricht einer Preiserhöhung von 2 bis 3 % – ohne dass der Gast mehr zahlt.

Was in kleinen Häusern funktioniert:

  • Ein sichtbarer Direktbucher-Vorteil, der kein Preisnachlass ist: späterer Check-out, kostenloses Upgrade nach Verfügbarkeit, Parkplatz.
  • Eine Buchungsstrecke ohne Pflicht-Registrierung. Ein 9-Zimmer-Haus in Berlin hat die Direktbuchungen verdoppelt, indem es die Buchung auf drei Klicks reduziert.
  • Eine Bestätigungsmail, die den nächsten Aufenthalt direkt buchbar macht. Ein Haus in Köln schickt nach dem Check-out eine Mail mit: "Ihr nächster Aufenthalt – buchen Sie jetzt und erhalten Sie ein kostenloses Upgrade."

Ein Preisnachlass für Direktbucher ist der schlechteste Weg. Er senkt genau die Kennzahl, die du heben willst: den ADR.

Praxisbeispiel: 8-Zimmer-Haus, drei Monate – so geht’s

Ein Haus im Alpenraum, 8 Zimmer, 68 % Auslastung, 95 € ADR, RevPAR 64,60 €. 80 % der Buchungen kamen über ein Portal, drei vergleichbare Häuser im Umkreis lagen zwischen 110 € und 130 €.

Umgesetzt wurden vier Regeln:

  1. Wochenende +25 %, Messetage in der nächsten Großstadt +40 %.
  2. Last-Minute innerhalb von 24 Stunden −15 %.
  3. Preisgrenzen von 75 € (Minimum) und 150 € (Maximum).
  4. Eine zweite Zimmerkategorie zu 125 €.
  5. Ein Direktbucher-Upgrade statt Direktbucher-Rabatt.
Kennzahl Vorher Nach 3 Monaten Veränderung
Auslastung 68 % 72 % +4 Pp.
ADR 95 € 118 € +24 %
RevPAR 64,60 € 85,00 € +31,6 %
Direktbuchungen 15 % 30 % +15 Pp.

Der Mehrumsatz: Rund 2.000 € im Monat. Entscheidend ist die Reihenfolge: Erst die Regeln, dann die Automatisierung. Wer eine Repricer-Software auf ein Haus ohne Preisgrenzen loslässt, bekommt Nachtpreise von 49 €.

Automatisieren – aber mit klaren Leitplanken

Manuelle Preispflege über mehrere Portale ist der Grund, warum die meisten Häuser es nicht durchhalten. Ein Repricer wie PriceLabs oder RoomPriceGenie übernimmt das – aber nur, wenn drei Dinge stehen:

  1. Ein Minimalpreis, den die Software nie unterschreitet. Faustregel: Nicht unter 20 % unter deinem Ziel-ADR.
  2. Ein Maximalpreis, der zu deiner Positionierung passt. Ein 4-Sterne-Haus in München setzt die Obergrenze bei 250 €, ein 3-Sterne-Haus in einer Kleinstadt bei 120 €.
  3. Eine Regel für die Aktualisierungshäufigkeit. Einmal täglich reicht für die meisten Häuser.

Die vier häufigsten Fehler:

  1. Minimalpreis zu tief – die Software verkauft an schwachen Tagen unter Deckungsbeitrag.
  2. Maximalpreis zu hoch – auffällige Ausreißer nach oben kosten Sichtbarkeit im Portal-Ranking.
  3. Regeln einmal gesetzt und nie geprüft – ein Blick pro Monat auf die Abweichung zwischen Vorschlag und tatsächlicher Buchungslage reicht.
  4. Nur der Zimmerpreis wird gesteuert – Upgrades, Pakete und Kanalmix bleiben liegen, obwohl sie die Hälfte des Effekts ausmachen.

Wie das Zusammenspiel mit dem PMS aussieht, zeigt die Lösung für dynamische Preisgestaltung. Ein Repricer ist kein Selbstläufer – aber mit den richtigen Leitplanken spart er dir Stunden Arbeit und hebt den RevPAR.

ADR steigern – der unterschätzte Hebel

Der ADR ist der direkte Weg zum höheren RevPAR. Drei konkrete Schritte, die jedes Haus umsetzen kann:

  1. Preisgrenzen setzen. Ein 12-Zimmer-Haus in Frankfurt hat den Minimalpreis von 70 € auf 85 € angehoben – und die Buchungen sind nicht eingebrochen. Der Grund: Die meisten Gäste buchen nicht den günstigsten Preis, sondern den besten Wert.
  2. Kategorien einführen. Ein Haus in Hamburg hat drei Kategorien eingeführt: Standard (120 €), Superior (150 €), Deluxe (180 €). Ergebnis: 35 % der Buchungen wanderten in die mittlere Kategorie.
  3. Pakete anbieten. Ein 10-Zimmer-Haus in Dresden verkauft ein "Romantik-Paket" für 220 € (Zimmer + Sekt + Frühstück) statt das Zimmer für 150 €. Der Einkaufswert des Zusatzes liegt bei 12 € – aber der Gast nimmt es als Premium-Angebot wahr.

Der Trick: Der ADR steigt nicht über Nacht. Teste Preiserhöhungen schrittweise – und beobachte, wie die Buchungsgeschwindigkeit reagiert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der pauschale Rabatt senkt den RevPAR, weil er auf alle Buchungen wirkt, aber nur die letzten Zimmer füllt. Im Rechenbeispiel: 675 € Umsatzverlust bei mehr Arbeit.
  • Spitzentage identifizieren: Jeder Tag, an dem du vorab ausgebucht warst, war zu billig. 30 bis 60 solcher Tage hat fast jedes Haus.
  • Belegungsregeln vor Preisnachlass: Mindestaufenthalt am Wochenende und aktiv geschlossene Gap Nights kosten nichts – und heben den Umsatz.
  • Wert statt Preis verhandeln: Zimmerkategorien, Pakete und das Upgrade beim Check-in heben den ADR ohne Diskussion.
  • Direktbucher belohnen, aber nicht mit Rabatt. Ein Upgrade oder später Check-out hebt den RevPAR, ein Preisnachlass senkt ihn.
  • Automatisierung erst mit Preisgrenzen. Sonst produziert der Repricer genau die Dumpingpreise, die du vermeiden wolltest.

Der erste Schritt? Exportiere deine Buchungen der letzten zwei Jahre und markiere die Tage, an denen du vorab ausgebucht warst. Diese Tage sind dein Gold – und der Schlüssel zum höheren RevPAR.

Quellen

Dynamische Preissteuerung

Repricer-Preise sicher ins PMS

zimrly pusht die Preise deines Repricers ins PMS und legt einen 1-Klick-Deckel darüber, damit kein Ausreißer-Preis durchrutscht.