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Provisionsfalle OTA: Wie kleine Hotels mehr direkt buchen lassen

15 bis 20 Prozent Provision pro Buchung summieren sich. Warum die eigene Direktbuchung der unterschätzte Gewinnhebel kleiner Hotels ist – und mit welchen Mitteln man Gäste vom Portal auf die eigene Seite holt.

von zimrly6 Min. Lesezeit
Provisionsfalle OTA: Wie kleine Hotels mehr direkt buchen lassen

Buchungsportale wie Booking oder Expedia sind Fluch und Segen zugleich. Sie bringen Reichweite und Buchungen, die man sonst nie bekäme – aber sie kosten. 15 bis 20 Prozent Provision pro Buchung sind üblich, bei manchen Konstellationen mehr. Bei einem 80-€-Zimmer wandern so schnell 12 bis 16 € pro Nacht an das Portal. Über ein Jahr ist das für ein kleines Haus oft ein vierstelliger bis fünfstelliger Betrag – Geld, das direkt auf der Marge fehlt.

Warum die Direktbuchung der stärkste Hebel ist

OTA-Buchung vs. Direktbuchung im Vergleich
Warum eine Direktbuchung für dein Hotel deutlich wertvoller ist.

Eine Direktbuchung über die eigene Website ist nicht „nur" provisionsfrei. Sie ist aus mehreren Gründen wertvoller:

  • Volle Marge. Was beim Portal an Provision verloren ginge, bleibt im Haus.
  • Eigene Gästedaten. Bei OTA-Buchungen sind die Kontaktdaten oft anonymisiert. Direkt bedeutet: eigene E-Mail, eigene Beziehung, Grundlage für Stammgäste.
  • Keine Ratenparität-Spielchen. Man steuert Konditionen, Stornoregeln und Zusatzangebote selbst.

Das Ziel ist dabei nicht, die Portale abzuschaffen – die Reichweite ist real und wertvoll. Das Ziel ist, den Anteil der Direktbuchungen Schritt für Schritt zu erhöhen.

Der Billboard-Effekt – und seine Grenze

Viele Gäste entdecken ein Haus zuerst auf Booking, schauen dann aber noch einmal auf der Hotel-Website nach („Billboard-Effekt"). Genau in diesem Moment entscheidet sich, ob die Buchung provisionspflichtig oder direkt zustande kommt. Wenn die eigene Website dann langsam, unübersichtlich oder ohne funktionierende Buchungsmöglichkeit ist, bucht der Gast doch beim Portal – aus Bequemlichkeit, nicht aus Überzeugung.

Die Grundvoraussetzung ist deshalb banal, aber oft nicht erfüllt: eine funktionierende, schnelle Direktbuchungsstrecke auf der eigenen Seite, die mobil genauso gut läuft wie das Portal.

Hebel, die wirklich wirken

Damit der Gast direkt bucht, braucht es einen sichtbaren Grund. Bewährt haben sich:

  1. Bester-Preis-Versprechen. „Auf unserer Website immer am günstigsten" – auch wenn der Unterschied nur die eingesparte Provision teilweise weitergibt, ist der psychologische Effekt stark.
  2. Kleine, ehrliche Extras. Kostenloser späterer Check-out, ein Getränk bei Anreise, flexible Stornierung nur bei Direktbuchung. Das muss nichts Teures sein – es muss exklusiv für den Direktweg sein.
  3. Reibungslose Buchung. Wenige Klicks, kein Pflicht-Login, sofortige Bestätigung. Jede zusätzliche Hürde treibt zurück zum Portal.
  4. Die Beziehung nach dem Aufenthalt nutzen. Wer einmal da war, sollte beim nächsten Mal direkt buchen. Eine freundliche Nachricht nach dem Aufenthalt mit dem Hinweis „beim nächsten Mal direkt = bester Preis" wirkt.

Den OTA-Gast zum Direktgast machen

Der größte ungenutzte Hebel sind die Gäste, die schon einmal über ein Portal da waren. Sie kennen das Haus, waren zufrieden – und buchen trotzdem beim nächsten Mal wieder über Booking, weil es bequem ist. Hier hilft konsequente Kommunikation über den eigenen Kanal: WhatsApp oder E-Mail während und nach dem Aufenthalt, die unaufdringlich klarmacht, dass die Direktbuchung die bessere Wahl ist. Aus einem teuren OTA-Erstkontakt wird so ein provisionsfreier Stammgast.

Die Provision ehrlich rechnen

Wer wissen will, wie groß der Hebel ist, sollte die Provision einmal konkret aufaddieren: Anteil der OTA-Buchungen × durchschnittlicher Zimmerpreis × Provisionssatz × Nächte im Jahr. Die Zahl ist meist ernüchternd – und genau deshalb motivierend. Schon eine Verschiebung von 10 Prozentpunkten weg vom Portal hin zur Direktbuchung verbessert die Marge spürbar, ohne dass ein einziges Zimmer mehr verkauft werden muss.

Fazit

OTA-Portale bringen Reichweite, aber jede Buchung über sie kostet Marge. Der unterschätzte Gewinnhebel kleiner Hotels liegt nicht in mehr Buchungen, sondern in einem höheren Direktbuchungsanteil: schnelle eigene Buchungsstrecke, ehrliche Extras nur für den Direktweg und konsequente Nutzung der Gästebeziehung nach dem ersten Aufenthalt. Wer den OTA-Erstkontakt in einen Direktgast verwandelt, verdient an jeder Folgebuchung das, was sonst das Portal bekommen hätte.

zimrly

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